Bergmesse auf der Achala Alm

Komplett renoviert und dennoch im ursprünglichen Charakter erhalten – so präsentierte sich die Achala Alm den Besuchern der diesjährigen Bergmesse. Es war die erste seit fünf Jahren und sie lockte bei besten Wetterbedingungen rund 200 Besucher an.

Lang ist es her, dass eine Bergmesse auf der Achala Alm stattgefunden hat. Letztes Jahr kam es zu einer Absage, da die Zufahrtsstraße gesperrt war. Und vor drei Jahren, 2013, machte ein Kälteeinbruch nach sieben Wochen Sonnenschein der Abteilung Turnen des TSV Iffeldorf einen Strich durch die Rechnung. Doch am Sonntag, 25.9.2016, hat es endlich wieder geklappt. Ein herrlicher Blick auf die umliegenden Berge, wie Benediktenwand und das Karwendel-Massiv, belohnte nach frühem Aufstieg die Besucher. An der Bergmesse konnten auch ältere Mitbürger und nicht mehr so fitte Wanderer teilnehmen, da für sie ein Pendelbus mit Startpunkt in der Jachenau eingesetzt wurde. Das im TSV für die Achala Alm zust.ndige Vorstandsmitglied Rudi Michl begrüßte alle Teilnehmer, besonders Pfarrer Haf, die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig, Bürgermeister Hubert Kroiß, die Bergwacht und die Musikkapelle, die sowohl die Messe umrahmte als auch später für Unterhaltung sorgte. Die Bergmesse wird seit 1974, ausgelöst durch den Tod des früheren Turnervorstands Paul Vogl, zum Gedenken an verstorbene Personen der Hüttengemeinschaft durchgeführt.

Nachdem viele Besucher seit vielen Jahren nicht mehr auf der Achala Alm waren, schilderte Hüttenvorstand Michl, was im Zuge vieler Arbeitstouren vom „Team Achala“ in dieser Zeit an der Hütte verbessert wurde. Im Jahr 2013 bauten die freiwilligen Helfer eine 350 Meter lange Abwasserleitung bis zur unteren Glaswandstra.e mit einer neuen Sammelgrube. Dafür wurden ca. 10.000 Euro investiert und rund 650 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Damit ist die Hütte neben der seit 22 Jahren laufenden Photovoltaikanlage zusätzlich umweltfreundlich ausgestattet. Im gleichen Jahr konnte mit Unterstützung von MdL Frau Dr. Eiling-Hütig erreicht werden, dass der geplante Digitalmast für den Behördenfunk um ca. 400 Meter nach Norden verschoben wird und somit nicht in direkter N.he zur Vereinshütte steht. Darüber sind die Hüttenbesucher  und -betreiber sehr froh.

Eine Mammutaufgabe wurde im letzten Jahr bewältigt: Das komplette Dach musste saniert werden. Das erforderte vielerlei Arbeiten, wie etwa das Entfernen des Altblechs, das Aufbringen einer zweiten Schalung und den Ausgleich einer Senke über 18 Meter mit Riegel und Unterlegern. Dazu wurden ca. 6,8 Tonnen Material, Werkzeug, Gerüst und Maschinen hochgeschleppt sowie ca. 2,4 Tonnen Altblech und Equipment wieder hinunter getragen. Es wurde bei dieser Dachrenovierung Material im Wert von ca. 20.000 Euro verbaut. Die 37 Ehrenamtlichen haben dazu 1.150 Arbeitsstunden geleistet. Die fachmännische Ausführung übernahmen der Spenglermeister Hans Feldl und der Zimmerermeister Andreas Michl, ebenfalls in ihrer Freizeit. Gefördert wurde dieses Projekt auch von der Gemeinde Iffeldorf und zusätzlich von Herrn Dr. Grupp. Für alle Unterstützungen bedankte sich der Hüttenvorstand.

Dem Team Achala ist es wichtig, dass die Hütte trotz der Verbesserungen ihren ursprünglichen Charakter erhalten hat. Mit dem Dank an alle Hüttendienste und HelferInnen, die zum Gelingen der Bergmesse beigetragen haben, wurde zur Messe übergeleitet. An diesem Ort bei solch herrlichem Bergwetter wieder eine Bergmesse halten zu können, war auch für Herrn Pfarrer Haf besonders erfreulich. Zu Beginn der Messe segnete er das neue Dach, damit es gegen Unwetter, Blitz und Hagel geschützt sei. In der Predigt ging er in seiner unnachahmlichen Art auf die Bedeutung von Gipfelkreuzen ein, die derzeit besonders in der Diskussion stehen. Almhütten wie die jahrhundertealte Achala Alm bezeichnete er als Kulturgüter, weil die Menschen schon früher gewusst haben, was sie an solchen sie Ruhe und Schutz fanden. Die Musikkapelle spielte die Schubert-Messe und zum Schluss die Bayernhymne, um damit das Nachbarland Österreich zu „grüßen“.

Nach der eindrucksvollen Messe war noch nicht Schluss. Zur Unterhaltung spielte die Musikkapelle Iffeldorf auf – was die ansonsten ruhige Umgebung nicht störte. Im Gegenteil: Das noch auf der Alm gehaltene Jungvieh stimmte mit seinem Geläut in die Musik ein. Die Besucher genossen bei Weißwürsten, aber auch bei Kaffee und Kuchen die schöne Bergwelt und blieben teilweise bei einem größeren „Ratsch“ noch lange sitzen. Die Veranstalter blicken auf eine gelungene und sehr schöne Bergmesse zurück und sind sich sicher, die Tradition fortzusetzen.

Text und Fotos: Rudi Michl