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Biber

Beitrag Hubert Kroiß zum Thema Biber in Untereurach

Nachdem der Biber vor 150 Jahren ausgerottet wurde, ist er nun in Bayern wieder heimisch geworden. Rund 17 000 Tiere bevölkern inzwischen die Gewässer des Freistaates. Grundsätzlich ist dieser Umstand sehr begrüßenswert, denn mit dem Biber und seiner Eigenart, Gewässer aufzustauen, wird für eine Vielzahl von Arten ein neuer Lebensraum geschaffen.

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass vor 100 Jahren die Landnutzung in Bayern mit der heutigen in keiner Weise vergleichbar war. Wir leben heute in einer stark zersiedelten Kulturlandschaft mit all Ihren Vor,- aber auch Nachteilen. So sind Schäden durch den Biber in vielen Fällen unvermeidlich. Die Nagetiere fällen Nutzholz, untergraben Dämme, Deiche und flussnahe Äcker, sie stauen Entwässerungsgräben und fressen Feldfrüchte. In der Nähe von Siedlungen können auch für die Anlieger gefährliche Rückstaue entstehen. Dies alles kann für die jeweiligen Eigentümer teuer werden.

Wir alle sind hier gefordert, den Umgang mit diesen Rückkehrern zu überdenken und auch die Grenzen der freien Entwicklung der Tiere aufzuzeigen.

In Iffeldorf sind die Biber am Ostersee schon länger heimisch. Hier haben sie schon eine Vielzahl von Bäumen gefällt - allerdings liegen darüber noch keine Beschwerden vor.

Auch im Bereich der Eitzenberger Weiher hat sich der Biber bereits niedergelassen. Hier unterminiert er den Damm des Neuen Weihers. Dort ist die Gefahr eines größeren Schadens augenscheinlich. Am Singerbach ist noch viel Wildnis. Hier stört er derzeit niemanden. Auch am Bodenbach nördlich von Untereurach ist er inzwischen eingezogen. Seine Stauwerke haben hier schon Wald- und Wiesenflächen überschwemmt. Außerdem befürchten einige Anlieger, dass sie in der Folge von Überschwemmungen ihre Keller nicht mehr trocken bekommen.

Der Biber ist eine geschützte Art, allerdings bei uns derzeit nicht mehr vom Aussterben bedroht. Aus diesem Grund sehe ich die Notwendigkeit, Haus- und Grundeigentümer beim Schutz Ihres Eigentumes zur Seite zu stehen und ihre Rechte zu wahren. Ansonsten freue auch ich mich über die Bereicherung unserer Kulturlandschaft durch den Biber.

Hubert Kroiß